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Österreichs Casino-Monopol: Warum die staatlichen Anbieter laut Casino Group langfristig untergehen

Die österreichische Regierung hält am jahrzehntelangen Glücksspielmonopol des Landes fest. Immer wieder wird eine mögliche Marktliberalisierung politisch diskutiert, bislang jedoch ohne konkrete Reform. Das Geschäft der Monopolisten läuft. Aber wie viel mehr Potenzial hätte die Branche in einem freien Markt? Wie viel mehr an Steuern und Abgaben könnte der Staat einnehmen? Casino Groups argumentiert, dass das Casino-Monopol im Online-Bereich langfristig keine Zukunft habe und eine Öffnung des Marktes unvermeidlich sei.

Das Hadern mit Online-Casinos im DACH-Raum

Österreich ist nicht das einzige Land, welches sich äußerst schwer tut mit einer Liberalisierung des Online-Glücksspiel-Marktes. In Deutschland und in der Schweiz kam es auch erst spät und letzten Endes nur halbherzig zu einer Art Liberalisierung. Was tatsächliche Online-Casinos betrifft, setzt der gesamte DACH-Raum auf Monopolstrukturen.

Damit gehen die deutschsprachigen Länder im EU-weiten Vergleich eher einen Sonderweg. War gibt es auch weitere Staaten in Europa, in denen Glücksspiele stark eingeschränkt sind, gleichzeitig gibt es aber auch genügend andere, die mittlerweile sehr liberal regulieren.

Deutschland

Deutschland hat mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 erstmals bundesweite Online-Glücksspiele legalisiert. Allerdings betrifft dies neben Sportwetten und Poker lediglich Online-Spielautomaten. Diese dürfen von den lizenzierten Online-Spielotheken im  gesamten Bundesgebiet zur Verfügung gestellt werden.

Casinospiele wie Roulette oder Blackjack hingegen sind weiterhin nicht pauschal legal. Stattdessen wird dieser Bereich regional geregelt. Der Glücksspielstaatsvertrag erlaubt es den einzelnen Bundesländern, auf Basis der Anzahl der dort konzessionierten Spielbanken auch Online-Casinos zu betreiben.

Das heißt, wenn es in einem Bundesland zum Beispiel vier Spielbanken gibt, dann dürfen in diesem Bundesland maximal vier Onlien-Casino-Lizenzen erteilt werden. In der Praxis haben sich mit Bayern und Schleswig-Holstein bislang nur zwei Bundesländer dazu entschieden, Online-Casinos regional zu erlauben.

Zugang zu diesen erhalten nur Personen, die ihren Wohnsitz im jeweiligen Bundesland haben. In der Folge bleiben legale Online-Casinospiele also weiterhin einem Großteil der deutschen Bevölkerung verwehrt. Der Schwarzmarkt ist entsprechend erfolgreich.

Die Schweiz

Auch die Schweiz hat sich für ein Online-Glücksspiel-Monopol entschieden. Dieses soll ausschließlich in staatlicher Hand liegen und entsprechend klar begrenzt bleiben. Das Online-Glücksspiel in der Schweiz wurde mit dem Geldspielgesetz aus dem Jahre 2019 legalisiert.

Seitdem haben die 21 konzessionierten Spielbanken des Landes die Möglichkeit, bei der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) eine Zusatzkonzession für das Online-Glücksspiel zu beantragen. Bislang haben neun der Spielbanken von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

Anders als in Deutschland können aber alle Schweizer auf die legalen Online-Casinos zugreifen. Die Spielauswahl der Schweizer Online-Casinos ist vergleichsweise groß mit oft mehreren Tausend einzelnen Spielen und einer breiten Kombination aus Slots, Jackpots, Roulette, Blackjack, Poker, Arcade, Live Casino und Game Show.

So begegnen Österreich, Deutschland und die Schweiz dem illegalen Online-Glücksspiel

Während im gesamten DACH-Raum also das legale Online-Glücksspiel einen klaren Rahmen hat, existiert parallel ein gigantischer Schwarzmarkt, dem die drei Länder jeweils unterschiedlich begegnen. Die Schweiz ist hier zunächst als klares Vorbild zu nennen. Die ESBK ist permanent damit beschäftigt, Online-Casinos ohne Schweizer Konzession aufzuspüren und zu blockieren.

Die ESBK führt hierzu eine öffentlich einsehbare Sperrliste, die regelmäßig aktualisiert wird. Derzeit befinden sich bereits fast 3.000 Einträge auf der Liste. Die gelisteten Online-Glücksspiel-Websites werden mit Hilfe von Geoblocking-Technologien für Personen in der Schweiz unzugänglich gemacht.

Dabei werden nicht nur die Websites selbst blockiert, sondern auch Zahlungsströme zu ausländischen Glücksspielfirmen. Die in der Schweiz tätigen Zahlungsdienstleister kooperieren meist mit der Behörde.

Wer es als Spieler drauf anlegt, findet mit VPN-Programmen und alternativen Zahlungen zwar gewiss einen Weg, aber da die legalen Online-Casinos durchaus attraktiv gestaltet sind, gibt es vergleichsweise wenige Ausweicher.

Auch in Deutschland ist es Aufgabe der Glücksspielbehörde, gegen den Schwarzmarkt vorzugehen. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) führt allerdings keine Sperrliste oder Blacklist, sondern lediglich eine Whitelist mit den erlaubten Anbietern.

Auf ihrer Website erklärt die Behörde, beim Kampf gegen Casinos aus dem Ausland ebenfalls auf Methoden wie Geoblocking und Payment-Blocking zu setzen. Allerdings kam es diesbezüglich bereits zu Rechtsstreitigkeiten mit Telekommunikationsdienstleistern, die es nicht als ihre Aufgabe betrachten, Websites zu sperren.

Die GGL zeigt sich weiterhin optimistisch. Praktisch jedoch lassen sich Tausende illegale Online-Casinos in Deutschland aktuell problemlos aufrufen. Ähnlich ist die Lage in Österreich. Auch dort lassen sich illegale Online-Casinos praktisch ungehindert öffnen und nutzen.

Tatsächlich setzt Österreich bislang gar nicht auf systematische Technilogie-basierte Maßnahmen wie DNS-Blocking oder Payment-Blocking. Vielmehr beschreiten die Behörden den administrativen Weg. In erster Linie kommt es zu Abmahnungen und Verwaltungsstrafverfahren.

Gerade jedoch, wenn die Online-Casino-Betreiber außerhalb der EU ansässig sind, besteht im Grunde keine realistische Chance, auf dem juristischen Weg wirkliche Erfolge zu erzielen.

Ausblick auf die Zukunft – Wann blickt Österreich der Realität ins Auge?

Illegale Anbieter können in Österreich bis heute weitgehend ungehindert existieren. Wie groß der Schwarzmarkt tatsächlich ist, lässt sich nur schwer seriös einschätzen. Klar ist aber, dass das Angebot enorm sein muss.

Die langen Sperrlisten anderer Länder zeigen, dass es europaweit längst nicht um ein paar Dutzend Seiten geht, sondern um viele tausend Domains und Angebote ohne nationale Lizenz. Es wäre lebensfremd anzunehmen, dass Österreich davon kaum betroffen ist.

Wie viel Umsatz illegale Betreiber konkret mit Spielern aus Österreich erzielen, ist ungewiss. Auch bei win2day ist die Transparenz begrenzt. Die Österreichischen Lotterien und Casinos Austria melden für 2023 zwar einen konsolidierten Bruttospielertrag von 1,48 Mrd. € für die gesamte Unternehmensgruppe und sprechen dabei ausdrücklich von einer weiterhin positiven Entwicklung des Online-Glücksspiels auf win2day.

Eine aktuelle separat ausgewiesene Umsatz- oder Bruttospielertragszahl nur für win2day veröffentlichen sie öffentlich aber nicht. Das Spielangebot von win2day umfasst klassische Lotteriespiele sowie Casinospiele, Poker Room, Bingo Room und Sportwetten. Offiziell genannt werden unter anderem Roulette, Black Jack, Poker, Video Poker, Bingo und Virtual Games.

Für einen gesamten legalen Online-Markt ist das trotz ordentlicher Breite strukturell ein sehr begrenztes Modell. Dass andere Länder ihre Märkte geöffnet haben, geschah nicht ohne Grund. In Schweden gilt das Lizenzsystem seit 2019 und in den Niederlanden öffnete der Online-Markt am 1. Oktober 2021.

Großbritannien und Malta setzen schon seit vielen Jahren auf liberale Lizenzmodelle. Monopole passen immer weniger zur Spielerrealität im Internet. Staaten können daran zwar weiter festhalten wie Norwegen und Finnland. Langfristig riskieren sie damit aber erhebliche Marktanteile und hohe Einnahmen zu verlieren.

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