Wer ist Gerold Riedmann? – Ein tiefes Porträt über Karriere, Haltung und Kontroversen
Gerold Riedmann zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der österreichischen Medienbranche. Kaum ein anderer Medienmanager hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten so konsequent auf digitale Innovationen gesetzt und gleichzeitig die redaktionelle Seite des Journalismus im Blick behalten. Sein Weg führte vom Vorarlberger Lokaljournalismus über internationale Medienstationen bis an die Spitze einer der bekanntesten Tageszeitungen des Landes. Doch wer ist der Mann, der heute zu den einflussreichsten Medienfiguren Österreichs gehört? Und wie positioniert er sich politisch, publizistisch und gesellschaftlich?
Dieser Artikel zeichnet ein ausführliches Bild über seinen Werdegang, seine Haltungen, seine Kritikpunkte und jene Debatten, die seinen Namen zuletzt besonders geprägt haben.
Frühes Leben und berufliche Anfänge
Gerold Riedmann wurde 1977 in Feldkirch in Vorarlberg geboren und wuchs in einer Familie auf, die bereits berufliche Berührungspunkte mit Medien und Kultur hatte. Sein Vater war beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Bereich Tontechnik tätig, sein Bruder arbeitete ebenfalls journalistisch. Diese Umgebung prägte seinen beruflichen Weg früh.
Nach der Schule zog es ihn nach Deutschland, wo er Journalistische Praxis bei einem Münchner Fernsehsender sammelte und gleichzeitig ein Studium der Journalistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München absolvierte. Neben dem Studium arbeitete er als Radio-Moderator und war an frühen Online-Projekten beteiligt, als das Internet journalistisch gerade erst Fahrt aufnahm. Schon damals erkannte er, wie stark digitale Technologien den Journalismus verändern würden.
Der Weg zurück nach Vorarlberg und der Einstieg bei Russmedia
2003 kehrte Riedmann nach Vorarlberg zurück und schloss sich dem Medienhaus Russmedia an. Dort entwickelte sich seine Karriere rasant: Vom Redakteur stieg er rasch zum stellvertretenden Chefredakteur der Vorarlberger Nachrichten auf, später übernahm er Führungsfunktionen im digitalen Bereich. Bei Russmedia wurde er schließlich Geschäftsführer und war maßgeblich daran beteiligt, Online-Portale wie VOL.AT weiterzuentwickeln.
Riedmann galt früh als Motor der digitalen Transformation innerhalb des Hauses. Er verknüpfte redaktionelle Arbeit mit technologischer Innovation und setzte sich konsequent dafür ein, regionale Medienhäuser fit für die digitale Zukunft zu machen. Seine Leistung brachte ihm zahlreiche Branchenpreise und Auszeichnungen ein, darunter die Kür zum „Medienmanager des Jahres“.
Doch mit Einfluss kommen auch kritische Stimmen: Manche Beobachter sahen die Kombination aus Chefredakteur und Geschäftsführer in einer Person als potentielles Spannungsfeld, weil wirtschaftliche Verantwortung und redaktionelle Unabhängigkeit nicht immer konfliktfrei nebeneinanderstehen. Diese Debatte begleitet seine Laufbahn bis heute.
Der entscheidende Schritt: Chefredakteur des „Standard“
Im Jahr 2024 folgte schließlich der Schritt, der ihn endgültig in die österreichweite Öffentlichkeit katapultierte: Gerold Riedmann übernahm die Chefredaktion der überregionalen Tageszeitung Der Standard.
Der Wechsel wurde als Signal gewertet – sowohl für die digitale Ausrichtung der Zeitung als auch für die publizistische Positionierung. Riedmann selbst betont seither, der Standard sei kein „linkes Blatt“, wie ihm oft zugeschrieben werde. Stattdessen bezeichnet er das Medium als liberal, unabhängig und faktenorientiert. Sein Ziel sei es, das Blatt journalistisch zu stärken und digital zukunftsfähig zu machen, ohne die Grundwerte des Qualitätsjournalismus aufzugeben.
Seine öffentliche Haltung zeichnet ihn als jemanden aus, der stark an Medienpluralität, Pressefreiheit und investigative Berichterstattung glaubt, gleichzeitig aber vor parteinahen Medienprojekten und Populismus warnt.
Politische Einstellung – zwischen Liberalität und Unabhängigkeitsanspruch
Gerold Riedmann ist kein Politiker, doch die Medienlandschaft Österreichs ist politisch oft derart aufgeladen, dass publizistische Führungspersönlichkeiten schnell mit Zuschreibungen konfrontiert werden.
Er selbst betont immer wieder:
- Er stehe für Unabhängigkeit von Parteien.
- Der Standard sei ein liberales Medium, aber keineswegs parteipolitisch links.
- Er warne vor politischer Einflussnahme, egal ob von rechts, links oder aus der Wirtschaft.
Gleichzeitig wird seine berufliche Vergangenheit im eher konservativen Umfeld Vorarlbergs und die frühere Nähe regionaler Medien zur ÖVP gelegentlich thematisiert. Manche Kritiker werfen ihm vor, historisch eher im Umfeld der ÖVP verortet gewesen zu sein, was er jedoch stets entkräftete. Er sieht sich klar als unabhängiger Journalist, der weder parteipolitisch aktiv noch an ein politisches Lager gebunden ist.
Privatleben, Familie und Ehefrau – Was ist öffentlich bekannt?
Trotz seiner hohen öffentlichen Sichtbarkeit hält Gerold Riedmann sein Privatleben weitgehend unter Verschluss. Bekannt ist lediglich:
- Er ist Vater von drei Töchtern.
- Seine Familie lebt weiterhin hauptsächlich in Vorarlberg, auch wenn er beruflich häufig zwischen Wien und dem Westen pendelt.
Über seine Ehefrau ist öffentlich kaum etwas bekannt. Ihr Name oder ihr beruflicher Hintergrund werden weder in Interviews noch in offiziellen Biografien erwähnt. Online kursieren gelegentlich Suchkombinationen wie „Gerold Riedmann Ehefrau“ oder „Gerold Riedmann Familie“, doch seriöse Informationen dazu existieren nicht.
Viele Nutzer suchen außerdem nach „Gerold Riedmann und Anneliese Rohrer“. Zwischen beiden gibt es jedoch keine familiäre oder private Verbindung. Die Kombination entsteht aus Online-Suchvorschlägen, vermutlich weil beide öffentlich präsente österreichische Journalist*innen sind.
Gerold Riedmann und Social Media – Präsenz und öffentliche Kommunikation
Riedmann nutzt soziale Netzwerke, insbesondere Twitter (heute X), vor allem beruflich. Er teilt dort medienpolitische Einschätzungen, Hinweise zu journalistischen Projekten und Debattenbeiträge. Sein Stil gilt als sachlich, aber pointiert. Gelegentlich reagiert er auf Kritik oder medienpolitische Ereignisse direkt über die Plattform.
Seine Social-Media-Präsenz trägt wesentlich dazu bei, dass sein Name in öffentlichen Diskussionen häufig auftaucht – sowohl positiv als auch kritisch.
Kontroversen und Kritik – insbesondere die „Causa Lena Schilling“
Kaum ein Thema hat Riedmann in seiner Funktion als Standard-Chef so stark geprägt wie die Berichterstattung über die grüne Politikerin Lena Schilling. Die investigative Berichterstattung des Standard über private und persönliche Vorwürfe gegen Schilling löste eine der größten medienethischen Debatten der letzten Jahre aus.
- Teile der Medienlandschaft warfen dem Standard überzogene Enthüllungen vor.
- Kritiker sahen Verletzungen der Privatsphäre.
- Der Presserat sprach eine Rüge aus.
Riedmann dagegen verteidigte die Recherchen und argumentierte, es habe ein relevantes öffentliches Interesse bestanden. Die Redaktion stehe für sachliche, unbequeme und investigative Arbeit – auch wenn sie politisch heikle Personen betreffe.
Diese Kontroverse führte zu hitzigen Debatten über Moral, Verantwortung und Grenzen des Journalismus. Für Unterstützer zeigte der Fall, dass der Standard unabhängig und unbeirrbar arbeite. Für Kritiker wirkte er wie ein Beispiel für überzogenen investigativen Ehrgeiz.
Auch seine frühere Rolle bei Russmedia wurde gelegentlich erneut kritisch aufgegriffen – vor allem hinsichtlich möglicher Interessenkonflikte zwischen Redaktion und Management. Diese Diskussion begleitet ihn bis heute.
Kontaktmöglichkeiten – was öffentlich ist
Offizielle Kontaktangaben von Gerold Riedmann finden sich üblicherweise:
- im Impressum des Mediums, für das er tätig ist,
- oder in beruflichen Profilen,
- sowie auf Social-Media-Plattformen, wo er selbst erreichbar ist.
Direkte private Kontaktdaten sind natürlich geschützt und öffentlich nicht zugänglich. Seine berufliche Kommunikation erfolgt ausschließlich über redaktionelle Kanäle.
Bedeutung für die österreichische Medienlandschaft
Gerold Riedmann steht für einen Journalismus, der sich stark Richtung Digitalisierung bewegt, ohne die klassischen Werte zu vernachlässigen. Sein Einfluss ist besonders deshalb groß, weil er sowohl redaktionelle Erfahrung als auch wirtschaftliche und strategische Kompetenz verbindet.
Seine Karriere zeigt:
- regionale Medien können international relevante Akteure werden,
- digitale Innovation ist für moderne Medienhäuser unverzichtbar,
- investigative Berichterstattung bleibt ein schwieriges, aber notwendiges Feld,
- politische Unabhängigkeit ist ein hohes Gut – und ein ständiger Balanceakt.
Heute gilt Riedmann als einer der wichtigsten Stimmen in Österreich, wenn es um Medienpolitik, Branchenzukunft und journalistische Standards geht.
Schlusswort
Gerold Riedmann ist eine komplexe, einflussreiche und durchaus polarisierende Persönlichkeit. Er steht für Digitalisierung, Innovationskraft und journalistische Unabhängigkeit – gleichzeitig für klare Kante in öffentlich-politischen Debatten. Seine Rolle als Chefredakteur des Standard, seine Erfahrungen bei Russmedia und seine publizistische Haltung haben ihn zu einer der wichtigsten Figuren des österreichischen Medienwesens gemacht.
Unabhängig davon, wie man seine Positionen bewertet: Riedmann wird auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen, wenn es darum geht, wie Medien in Österreich ihre Aufgabe verstehen und welche Richtung Qualitätsjournalismus einschlagen soll.
Dieser Artikel wurde exklusiv für das österreichische Blog-Magazin „Nachrichten Themen“ erstellt.
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