Udo Proksch: Biografie, Skandal und Todesursache – Die ganze Geschichte
Kaum eine Persönlichkeit der österreichischen Zeitgeschichte polarisiert so stark wie Udo Proksch. Er war Designer, Unternehmer, Visionär, Provokateur, Lebemann und zugleich Drahtzieher eines der größten Kriminalfälle der Zweiten Republik Österreich. Sein Leben ist ein Mix aus Genie, Größenwahn, gesellschaftlichem Aufstieg, politischer Macht – und einem brutalen Verbrechen, das als „Fall Lucona“ Berühmtheit erlangte.
Dieser Artikel beleuchtet ausführlich, wer Udo Proksch war, wie seine frühen Jahre verliefen, welche Rolle seine Partnerschaften spielten – darunter die Ehe mit Erika Pluhar –, woran er starb, wie viele Kinder er hatte, und warum bis heute so viele Menschen nach Begriffen wie „Udo Proksch Gesicht“, „Udo Proksch Daimler“ oder „Udo Proksch verstorben“ suchen.
Wer ist Udo Proksch? – Eine Einführung in eine außergewöhnliche Biografie
Udo Rudolf Proksch wurde am 29. Mai 1934 in Rostock geboren und gilt als eine der bemerkenswertesten wie umstrittensten Persönlichkeiten Österreichs. Seine Kindheit verbrachte er in verschiedenen Teilen Österreichs. Schon früh entwickelte er einen Hang zu Exzentrik, Theatralik und Selbstinszenierung, die ihn später zu einer bekannten, aber gefährlichen Figur machen sollten.
Als Designer machte er sich unter dem Kunstnamen „Serge Kirchhofer“ international einen Namen. Seine Brillenentwürfe für Marken wie Viennaline, Carrera und Porsche Design gewannen Preise und galten in den 1960er- und 1970er-Jahren als stilprägend. Parallel dazu baute er ein gesellschaftliches Netzwerk auf, das von Politikern, Journalisten und Prominenten durchzogen war.
Der von ihm gegründete exklusive „Club 45“ wurde zu einem Treffpunkt der politisch-medialen Elite – später ein zentrales Element, als der Fall Lucona öffentlich wurde und die Verflechtungen ans Licht kamen.
Doch der faszinierende Designer entpuppte sich als eiskalter Manipulator, der für Geld über Leichen ging.
Udo Proksch jung – Frühe Jahre und der Weg in die Wiener Gesellschaft
Als junger Mann war Proksch alles andere als ein klassischer Erfolgstyp. Nach kriegsgeprägten Jugendjahren besuchte er verschiedene Schulen und machte zunächst eine landwirtschaftliche Ausbildung – weit entfernt von den Welten des Designs und der Wiener High Society, in denen er später brillieren würde.
Der Wendepunkt kam mit seinem Wechsel an die Akademie für angewandte Kunst in Wien. Dort entdeckte er seine Leidenschaft für Gestaltung und Ästhetik, was ihm beruflich den Weg in die optische Industrie ebnete. Schon früh verstand er, wie man Menschen beeindruckt, manipuliert und um sich schart – Fähigkeiten, die später sowohl sein Erfolg als auch sein Untergang waren.
Sein Auftreten war flamboyant, provokativ und voller Ironie. Viele beschrieben ihn als „faszinierend“, „charismatisch“, aber auch „unheimlich“.
Der Designer, Unternehmer und Netzwerker
Während seiner Zeit als Art Director der Wilhelm Anger OHG war Proksch an internationalen Brillenkollektionen beteiligt. Seine Entwürfe unter „Serge Kirchhofer“ wurden Kultobjekte.
Doch er wollte mehr – Einfluss, Macht und eine Bühne. In den 1970ern wurde er schließlich durch zwei große Projekte zum Wiener Original:
1. Die Übernahme des Café Demel
1974 übernahm er die berühmte k.u.k. Hofzuckerbäckerei Demel. Dort inszenierte er sich als Gastgeber der Wiener Elite, umgeben von Künstlern, Politikern und Intellektuellen.
2. Der sagenumwobene Club 45
Im Club 45 trafen sich Spitzenpolitiker, Journalisten und hochrangige Entscheidungsträger. Viele Skandale der späteren Jahre führten dorthin zurück.
Dieser Zirkel verschaffte Proksch Rückhalt, Privilegien – und schließlich Deckung, als immer mehr Ungereimtheiten im Zusammenhang mit der Lucona-Affäre auftauchten.
Der Fall Lucona – Österreichs größter politischer Kriminalfall
Der Name „Lucona“ steht für ein Verbrechen, das die Republik erschütterte. 1976 ließ Proksch den Frachter MV Lucona auslaufen – angeblich beladen mit einer sündhaft teuren Uranerz-Aufbereitungsanlage. Tatsächlich bestand die Ladung aus wertlosem Schrott. Das Ziel: eine Versicherungszahlung in Millionenhöhe.
Die Explosion
Am 23. Januar 1977 explodierte ein Sprengsatz an Bord der Lucona im Indischen Ozean.
Das Schiff sank, sechs Menschen starben, sechs überlebten.
Proksch hatte sie wissentlich in den Tod geschickt.
Politische Verflechtungen und der Name Daimler
Der Skandal führte zu weitreichenden Enthüllungen:
Proksch pflegte enge Beziehungen zu politischen Größen der SPÖ, zu Beamten und Unternehmern. Unter den engsten Vertrauten befand sich auch Hans Peter Daimler (nicht verwandt mit dem Automobilkonzern), ein Geschäftspartner von Proksch. Beide wurden 1985 kurzzeitig festgenommen, aber durch politischen Druck schnell wieder freigelassen.
Der Fall wurde jahrelang vertuscht – ein Paradebeispiel für Korruption und Machtmissbrauch.
Flucht, neues Gesicht und Verhaftung
Als Journalisten die Wahrheit ans Licht brachten, floh Proksch 1988 nach Asien. In Manila ließ er sich sogar einer Gesichtsoperation unterziehen, um unerkannt zu bleiben – daher die häufige Netzsuche „Udo Proksch Gesicht“.
Doch 1989 reiste er trotz Fahndung unter falschem Namen nach Wien und wurde direkt am Flughafen verhaftet.
Der Prozess
1992 wurde Proksch wegen:
- sechsfachen Mordes
- und sechsfachen Mordversuchs
zu lebenslanger Haft verurteilt.
Udo Proksch Ehepartnerin – Die Frauen an seiner Seite
Proksch führte ein turbulentes Liebesleben. Insgesamt war er mehrfach verheiratet und hatte mehrere Partnerinnen, aus denen auch mehrere Kinder hervorgingen. Besonders bekannt wurde eine Ehe:
Udo Proksch & Erika Pluhar
Die Schauspielerin, Autorin und Sängerin Erika Pluhar heiratete Proksch 1962.
Die Ehe dauerte bis 1967.
Aus dieser Beziehung stammt die gemeinsame Tochter Anna Proksch (1962–1999).
Pluhar sprach später offen über die schwierigen Jahre und die psychische Belastung ihrer Tochter, die unter der dunklen Vergangenheit ihres Vaters litt.
Weitere bekannte Beziehungen
- Ehe mit Daphne Wagner (Urenkelin des Komponisten Richard Wagner)
- Beziehung mit Ariane Glatz
- Beziehung mit Cäcilie Salm-Reifferscheidt-Krautheim, mit der er weitere Kinder hatte
Proksch inszenierte sich als Magnet für Frauen – aber die Beziehungen waren oft von Chaos und Tragik geprägt.
Udo Proksch Kinder
Aus den verschiedenen Beziehungen sind mehrere Kinder bekannt:
- Anna Proksch (1962–1999), Tochter von Erika Pluhar, starb jung an einem Asthmaanfall
- Ein Sohn („Stefan Drusius Ingomar“), der mit sechs Jahren bei einem Unfall ums Leben kam
- Ein Sohn und eine Tochter aus der Beziehung mit Cäcilie Salm-Reifferscheidt-Krautheim
- Ein weiterer Sohn, geboren 1981, aus einer späteren Beziehung
Viele Familienangehörige leben heute bewusst fern der Öffentlichkeit.
Udo Proksch Todesursache – Woran starb er?
Nach seiner Verurteilung verbrachte Proksch seine Strafe in der Justizanstalt Graz-Karlau.
Während seiner Haft führte man bei ihm eine Herztransplantation durch, von deren Folgen er sich nie vollständig erholte.
Udo Proksch starb am 27. Juni 2001 im Alter von 67 Jahren an den gesundheitlichen Komplikationen dieser Operation.
Diese Tatsache erklärt, warum im Netz oft nach „Udo Proksch todesursache“ gesucht wird.
Udo Proksch verstorben – Das Ende einer dunklen Legende
Mit seinem Tod endete ein Leben voller Extreme:
Vom gefeierten Designer über den gesellschaftlichen Provokateur bis hin zum überführten Mörder.
Doch selbst nach seinem Tod blieb er eine Figur, die fasziniert, schockiert und als mahnendes Beispiel gilt – ein Symbol für Machtmissbrauch, Korruption und die dunklen Seiten des Glamours.
Sein Grab befindet sich am Heiligenstädter Friedhof in Wien-Döbling.
Fazit
Das Leben von Udo Proksch war ein gefährliches Zusammenspiel aus Talent, Manipulation, Narzissmus und krimineller Energie. Er war ein Mann, der sich selbst ein Denkmal bauen wollte und dabei bereit war, alles zu zerstören – sogar Menschenleben.
Bis heute bleibt er eine der umstrittensten Figuren Österreichs und ein Beispiel dafür, wie weit jemand gehen kann, wenn gesellschaftlicher Einfluss und politische Verstrickungen Kontrolle übernehmen.
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