Was steckt hinter dem Hype um CBD-Produkte?
Die Zahl der CBD-Konsumenten steigt kontinuierlich. Seit 2005 dürfen rauchbare CBD-Blüten sogar in Österreich verkauft werden. Doch was steckt wirklich hinter dem Trend? Ist CBD die Allzweckwaffe gegen Schlafstörungen, Hautprobleme oder innere Unruhe? Einige Antworten darauf liefert dieser Artikel.
Was ist CBD überhaupt?
CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol, einer natürlichen chemischen Verbindung aus der Hanfpflanze. Es wurde erstmals 1940 durch den Chemiker Roger Adams isoliert. In den 1960er-Jahren wurde die chemische Struktur vollständig erforscht. Lange Zeit stand jedoch THC im Fokus der Forschung. Erst seit den 2010er-Jahren erlebt CBD einen starken kommerziellen Boom. Besonders ab 2017/2018 wurde CBD in Europa und Österreich stärker vermarktet.
Seither haben sich die Angebote stetig weiterentwickelt. Mittlerweile gibt es beispielsweise die CBD-Öle High Society in Österreich. Auch CBD-Kapseln, Kosmetikprodukte, Badezusätze oder spezielle Aromaprodukte gehören inzwischen zum Sortiment vieler Anbieter. Die Produktpalette reicht dabei von klassischen Ölen mit unterschiedlichen Konzentrationen bis hin zu innovativen Wellness-Formaten, die gezielt bestimmte Zielgruppen ansprechen.
Unterschied CBD und THC
CBD (Cannabidiol) und THC (Tetrahydrocannabinol) sind beide Cannabinoide aus der Hanfpflanze, doch sie wirken unterschiedlich im Körper. THC wirkt psychoaktiv, CBD wirkt nicht berauschend. THC beeinflusst die Wahrnehmung, Stimmung und das Bewusstsein. Es kann damit Euphorie, aber auch Angst oder Paranoia, auslösen. Aus diesem Grund ist es stark reguliert und fällt unter das Suchtmittelrecht. CBD nicht, wenn der THC-Grenzwert im Produkt eingehalten wird. In Österreich beträgt er bei 0,3 Prozent THC im Nutzhanf.
Beim Konsum und im Straßenverkehr gibt es klare Unterschiede. Bisher existiert in Österreich beispielsweise keine gesetzliche Grundlage mit einem festen THC-Grenzwert. Stattdessen prüfen Behörden im Einzelfall, ob eine Person durch den Konsum beeinträchtigt ist.
Welche Wirkung wird CBD nachgesagt?
CBD wirkt bei jedem Menschen anders. Viele beschreiben einen entspannenden Effekt nach der Einnahme. Deshalb kommt es häufig bei Stress und innerer Unruhe zum Einsatz. Es kann auch bei Schlafproblemen unterstützen. Hintergrund: CBD wirkt auf das sogenannte Endocannabinoid-System im Körper. Dieses System spielt unter anderem eine Rolle bei der Regulierung von Stress, Stimmung und Schlafrhythmus.
Zudem kann es schmerzlindernde Eigenschaften aufweisen. In der Praxis findet es daher auch bei Muskel- oder Gelenkbeschwerden Verwendung und unterstützt entzündungshemmende Prozesse. Dabei wird angenommen, dass CBD die Weiterleitung bestimmter Schmerzsignale beeinflussen und entzündungsfördernde Botenstoffe im Körper regulieren kann. Entzündungen entstehen häufig durch eine verstärkte Aktivierung des Immunsystems. CBD könnte hier ausgleichend wirken, indem es bestimmte Signalwege moduliert und so zur Reduzierung von Schwellungen oder Spannungsgefühlen beiträgt.
Was ist wirklich wissenschaftlich belegt?
Bislang ist die Studienlage zu CBD noch äußerst gering. Dennoch konnten Experten bereits feststellen, dass es bei bestimmter Epilepsie unterstützen kann. In einigen Fällen zeigte sich, dass die Häufigkeit epileptischer Anfälle bei speziellen, schwer behandelbaren Formen deutlich reduziert werden konnte. Besonders bei seltenen Syndromen wie dem Dravet-Syndrom oder dem Lennox-Gastaut-Syndrom wurden in klinischen Studien positive Effekte beobachtet.
Erste klinische Studien zeigen außerdem, dass CBD bei sozialen Angststörungen Ängste reduzieren kann. Die Effekte sind allerdings nicht universell und dosisabhängig. In einigen Studien zeigte sich, dass höhere Einzeldosen kurzfristig angstlindernde Effekte haben könnten, während niedrigere Dosierungen keine oder nur geringe Veränderungen bewirkten.
Sie können auch lesen | Passende Schmerzmittel bei Rückenschmerzen

