Biografie

André Heller: Das schillernde Universum eines österreichischen Welt Künstlers

Wenn man den Namen André Heller hört, entstehen sofort Bilder im Kopf: funkelnde Bühnen, poetische Zirkusträume, exotische Gärten, philosophische Interviews, Lieder voller Melancholie und eine Biografie, die in ihrer Intensität beinahe selbst ein Kunstwerk ist. Heller ist eine jener seltenen Persönlichkeiten, die sich jeder Einordnung entziehen – nicht Sänger, nicht Dichter, nicht Regisseur, nicht Gärtner. Und doch irgendwie all das zugleich.

Geboren 1947 in Wien, aufgewachsen in einer wohlhabenden jüdischen Unternehmer Familie, entfaltete Heller schon als junger Mann eine künstlerische Neugier, die ihn durch fast alle Sparten trieb, die Kunst zu bieten hat. Seine Laufbahn ist dabei weniger eine klassische Karriere als vielmehr ein schimmernder Mosaikstein nach dem anderen – jede Phase anders, jede Phase intensiv und unübersehbar.

Wer ist André Heller?

André Heller ist ein Multimedia-Künstler, der seit den 1960er-Jahren zu den prägendsten Kulturfiguren des deutschsprachigen Raums zählt. Er wurde als moderner Dandy beschrieben, als künstlerischer Abenteurer, als Visionär, als einer, der nicht nur Werke produziert, sondern ganze Welten erschafft.

Schon früh sorgte er als Radiomann bei Ö3 für Furore – damals noch ein völlig neuer Sender. Er interviewte internationale Größen, schrieb Lieder, provozierte, experimentierte. Doch statt sich auf einer Disziplin auszuruhen, wanderte er weiter: in die Musik, ins Fernsehen, in den Film, in die Literatur, ins Varieté, in die Gartenkunst.

Für Heller war Kunst nie ein Produkt. Sie war immer ein Zustand. Ein Erlebnis. Ein Raum, den man betritt.

Der Poet der Wiener Musikszene – und „Wie mei Herzschlag“

In den 1970er- und frühen 80er-Jahren wurde Heller besonders als Chansonnier bekannt. Seine Songs waren poetisch, oft tief melancholisch, geprägt von Wiener Dialekt und einer emotionalen Offenheit, die im deutschsprachigen Liedermacher-Milieu herausstach.

Einer der berührendsten Titel jener Ära ist „Wie mei Herzschlag“ – ein Lied über Sehnsucht, verletzten Stolz, verpasste Nähe und das Gefühl, dass ein anderer Mensch so unverzichtbar sein kann wie der eigene Herzschlag. Bis heute hat das Stück eine Rolle als Kultballade, die immer wieder neu entdeckt wird. Es ist ein Beispiel dafür, wie Heller zugleich modern und zeitlos sein konnte.

Liebesleben und Partnerschaften – André Heller und die Frauen an seiner Seite

Hellers Beziehungen waren oft ebenso öffentlich wie sein künstlerisches Schaffen, und viele seiner Partnerinnen waren selbst prägende Figuren der österreichischen Kulturszene.

Erika Pluhar – eine große Künstlerliebe

Erika Pluhar
Erika Pluhar

Die Ehe mit Erika Pluhar, Schauspielerin, Chansonsängerin und Autorin, begann 1970 und hielt bis 1984. Die beiden waren das kreative Traumpaar Wiens: jung, radikal, intellektuell, sensibel. Sie traten gemeinsam in Filmen auf, diskutierten öffentlich über Kunst, Politik und Beziehungen. Auch nach der Trennung blieben sie in Interviews respektvoll verbunden – zwei Menschen, die genau wussten, wie sehr sie sich geprägt hatten.

Sabina Sarnitz – die Mutter seines Sohnes

Sabina Sarnitz
Sabina Sarnitz

Mit der Fotografin Sabina Sarnitz hatte Heller in den 1980er-Jahren eine Beziehung, aus der sein Sohn Ferdinand hervorging – heute als Musiker „Left Boy“ international bekannt. Sarnitz dokumentierte Teile der Kunstszene jener Zeit und hielt auch Projekte fest, an denen Heller beteiligt war, etwa den mythischen Kunstjahrmarkt „Luna Luna“.

Andrea Eckert – Schauspielerin, Sängerin, Weggefährtin

Andrea Eckert
Andrea Eckert

Eine weitere bedeutende Beziehung war jene mit der Schauspielerin und Dokumentarfilmerin Andrea Eckert. Die Verbindung wurde oft im kulturellen Kontext besprochen – Eckert selbst bewegte sich in denselben künstlerischen Kreisen, was ihre Beziehung zu einem intensiven, aber eher diskret geführten Kapitel machte.

Aktuelle Lebensgefährtin

Albina Bauer
Albina Bauer

Heute lebt Heller mit Albina Bauer, einem ehemaligen Model, zusammen. Über die Beziehung ist bewusst wenig bekannt – Heller hat im späteren Leben offenbar stärker den Wunsch nach Privatsphäre entwickelt, auch wenn sein Name immer wieder mit alten und neuen Projekten durch die Medien wandert.

André Heller Kinder – Vom Künstler zum Vater

Left Boy
Left Boy

Heller hat einen Sohn: Ferdinand Sarnitz (Left Boy). Auch wenn die Beziehung zwischen Vater und Sohn lange Zeit nicht immer im Rampenlicht stand, wird in Interviews deutlich, dass beide ein tiefes, wenn auch komplexes Band verbindet. Left Boy selbst beschreibt die künstlerische Ader der Familie als „Fluch und Segen“, während Heller die musikalische Karriere seines Sohnes mit typisch poetischer Distanz kommentiert.

André Hellers Gärten – Kunst in der Natur

Der Garten am Gardasee

Hellers Liebe zur Natur und zur Inszenierung lebt besonders in seinem botanischen Garten in Gardone Riviera am Gardasee auf. Ein früheres Privatprojekt, das zum poetischen Gesamtkunstwerk wurde: Statuen, Wasserläufe, seltene Pflanzen, geheimnisvolle Wege, Stimmungen. Besucher nennen ihn „Zaubergarten“ – und das passt. Nichts dort ist bloß dekorativ. Alles erzählt.

ANIMA – Die Rückkehr des Paradieses

Sein spektakulärstes Gartenprojekt ist aber zweifellos ANIMA, ein drei Hektar großer Park nahe Marrakesch. Dieses Gartenreich ist eine Mischung aus Botanischem Garten, Skulpturenpark, Sinneswelt und meditativer Landschaft.

„ANIMA by André Heller“ ist nicht nur ein Ort, sondern eine Erfahrung:

  • üppige afrikanische Vegetation
  • Skulpturen von internationalen Künstlern
  • verschlungene Pfade, Wasserbecken, Lichtspiele
  • Ruheoasen, die wie kleine Traumlandschaften wirken

Der Park ist zu einem internationalen Publikumsmagnet geworden und gilt als eines seiner persönlichsten Projekte – ein Garten, der sowohl Poesie als auch Erholung bietet.

Roncalli, Kunstzirkus & Varieté – Heller als Meister der Inszenierung

Nur wenige wissen, wie stark die europäische Zirkuswelt von Hellers Vision beeinflusst wurde.

Circus Roncalli – eine Gründung zwischen Nostalgie und Poesie

Gemeinsam mit Bernhard Paul war Heller Mitte der 1970er der Mitbegründer des legendären Circus Roncalli. Es war der Versuch, den alten poetischen Zirkus wiederzubeleben – ohne Kitsch, dafür mit Magie, Musik, Kunst und Anmut. Obwohl sich Hellers und Pauls Wege schon nach der ersten Saison trennten, war sein ästhetischer Einfluss unübersehbar: Der Zirkus wurde zu einem Symbol nostalgischer Eleganz.

Zirkus- und Varieté-Shows

Später folgten eigene Projekte, die seine künstlerische Handschrift trugen:

  • „Flic Flac“ – poetisches Varieté
  • „Begnadete Körper“ – chinesische Akrobaten in einer westlichen Inszenierung
  • „Afrika! Afrika!“ – eine der erfolgreichsten Shows des deutschsprachigen Raums

Heller erschuf keinen Zirkus – er erschuf Träume. Er nahm die Form des Varietés und hauchte ihr neue Seele ein.

Krankheiten und Krisen – Was öffentlich bekannt ist

Über Hellers Gesundheitszustand wurde im Laufe der Jahre viel spekuliert – oft zu viel. Was tatsächlich bestätigt ist:

  • Er erlitt als junger Mann eine schwere Hepatitis nach einer Muschelvergiftung, die mehrere Monate Krankenhausaufenthalt erforderte.
  • In Interviews sprach er später von Lebenskrisen, psychischen Überlastungen und Phasen, in denen er „ernsthaft krank“ gewesen sei – meist im übertragenen Sinn als Erschöpfung.

Heller selbst formuliert solche Erfahrungen oft poetisch, weniger medizinisch. Er spricht von „Wendepunkten“, „Schattenzeiten“ und der Kunst, „aus Brüchen Neues zu schaffen“.

Ein Leben als Gesamtkunstwerk

Über Jahrzehnte hinweg blieb Heller jemand, der sich selbst stets neu erfand. Ob als Interviewer bedeutender Musiker, als Chansonnier, als Schauspieler, als Designer, als Autor oder als Schöpfer ganzer Traumlandschaften – er hat die österreichische und internationale Kultur geprägt wie nur wenige.

Vielleicht liegt seine größte Kunst gar nicht in einem bestimmten Werk, sondern darin, dass er es geschafft hat, sein gesamtes Leben zu einer Bühne zu machen. Einer Bühne, auf der er aus Licht und Dunkelheit, Sehnsucht und Exzess, Liebe und Melancholie eine einzigartige Ästhetik formte.

Die Frage „Wer ist André Heller?“ bleibt daher offen.
Und vielleicht ist genau das die Antwort.

Zum Abschluss

Dieser Artikel wurde für den Blog Nachrichten Themen erstellt.

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